Anständig bleiben.

Berliner Initiative für
Władysław Bartoszewski

Unsere Vision

Wladyslaw Bartoszewski 2006; Quelle: Wikimedia/Mariusz Kubik https://commons.wikimedia.org/wiki/Władysław_Bartoszewski

Władysław Bartoszewski hat sich in seiner Zeit als öffentlicher Intellektueller und aktiver Politiker über Jahrzehnte lang als Brückenbauer zwischen Deutschland und Polen engagiert. So brachte seine Rede im April 1995 im Deutschen Bundestag die Wende in den deutsch-polnischen Beziehungen. Die deutsch-polnische Nachbarschaft gilt auch heute als Auftrag und Verpflichtung für Politik und Zivilgesellschaft der Berliner Republik. Berlin ist somit ein idealer Ort für eine Ehrung Bartoszewskis.

"Es lohnt sich, anständig zu sein"

Der Leitsatz Bartoszewskis steht für die deutsch-polnische und deutsch-polnisch-jüdische Annäherung. Nicht zuletzt steht er für eine neue politische Kultur, die die Autoritarismen des 20. Jahrhunderts überwindet. Dieser Satz ist aktueller denn je.

Was uns verbindet

Im Sinne der Arbeit Bartoszewskis meinen wir, dass nicht Abgrenzung und Spaltung unsere Beziehungen prägen sollen, sondern ein Geist von Respekt, Kooperation, offener Kommunikation und Zuversicht in die positive Entwicklung der Beziehungen unserer Staaten und der europäischen Demokratie.

Ehrung einer außergewöhnlichen Persönlichkeit

Die Bartoszewski-Initiative Berlin ehrt ihren Namensgeber in einer kritisch würdigenden Form als Persönlichkeit, die das deutsch-polnische Verhältnis an vielen Stellen begleitet und geprägt hat. Einen Intellektuellen, Politiker, Ideengeber, kritischen Begleiter und überzeugten Europäer.

  • Bartoszewski als engagierten Streiter und Förderer eines demokratischen, rechtsstaatlichen und an freiheitlichen Werten orientierten Polens und Europas.

  • Einen Menschen der in vielen Rollen maßgebliche Impulse für die Aussöhnung Deutschlands und Polen gesetzt hat.

  • Eine Persönlichkeit, die mit ihrer Biographie und nie nachlassenden Engagement beeindruckte.

Aktivitäten

Die Initiative möchte über die rein biographische Arbeit hinaus vor allem in Bartoszewskis Namen in die Zukunft wirken und den deutsch-polnischen Beziehungen gerade in schwierigen Zeiten neue Impulse zu geben: Brücken zu neuen Zielgruppen, Formaten und Sichtweisen auf die Beziehungen zwischen unseren Ländern bauen.

Teil einer modernen Erinnerungs­kultur

Die Arbeit über Bartoszewski und mit seinem Wirken dient dazu, die deutsch-polnische Erinnerungskultur mitzuprägen. Weil uns sehr daran gelegen ist, mit unserer Initiative einen Impuls für die zukünftigen deutsch-polnischen Beziehungen zu setzen, ist die Beschäftigung mit zeitgemäßen Formen der Erinnerung und Erinnerungskultur ein Schwerpunktthema unserer Initiative.

Politische Bildung

Politische Bildung dient zur Befähigung von Bürgerinnen und Bürgern, im Sinne von Bartoszewskis Zielen und Werten zu handeln. Über Bildungsangebote möchten wir vielfältige Bezüge zwischen Bartoszewski und der aktuellen sozialen und politischen Realität in unseren Ländern schaffen und mit vielen verschiedenen Bürgerinnen und Bürgern über die Wirkung Bartoszewskis nachdenken und diese bekanntmachen.

Polonia 2.0

In Deutschland möchten wir besonders diejenigen erreichen, die an einem rechtststaatlichen, von einer konstruktiven und friedlichen politischen Kultur getragenen Austausch zwischen unseren Ländern interessiert sind, auch wenn sie sich im Alltag nicht politisch engagieren. Insbesondere für diejenigen, die nicht die traditionellen Identitätsangebote der Polonia wahrnehmen wollen oder die sich nicht vorrangig nur über ihr Polnisch- oder Deutschsein definieren wollen, möchten wir im Sinne unseres Namensgebers einen europäisch gedachten Rahmen für kreativen Dialog schaffen.

Ausstellung

Die Initiative verfügt über eine hochwertige polnischsprachige Ausstellung über Bartoszewskis Leben und Werk, die ursprünglich für den polnischen Ministerrat konzipiert wurde. Wir konnten diese Ausstellung sichern. Im Besitz der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit wollen wir sie nun über die Deutsch-Polnische Gesellschaft in Berlin und an verschiedene Standorten in Deutschland einem interessierten Publikum präsentieren.


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Aufnahme in unseren Verteiler

Władysław Bartoszewski

wurde am 19. Februar 1922 in Warschau geboren und ist 2015 am 24. April verstorben. In seiner Biographie spiegeln sich die Zeitläufte und dramatischen Veränderungen der europäischen Geschichte. Die Tatsache, dass Bartoszewskis sich stets aktiv einbrachte und an vielen Stellen gestaltend mitwirkte, macht sein Leben und Wirken zu einem faszinierenden Bestandteil für die historisch-politische Bildung. Sein Leben lang blieb Bartoszewski zwei für ihn elementaren Dingen treu: der Erinnerung an Auschwitz und seinem Dienst im Widerstand in der Heimatarmee (Armia Krajowa). Auf seinem Grab wünschte er nur zwei Worte: "Zołnierz AK" (Soldat der Heimatarmee). Seinen öffentlichen Dienst in künftigen Jahren betrachtete er immer als Erfüllung des Gelübdes, das er 1942 im besetzten Warschau abgegeben hat.

Diejenigen, die mit ihm zusammenarbeiteten schätzen seinen Humor, seine scharfen Gedanken und seine Energie. "Ich renne herum wie ein wilder Tapir", das sagte Bartoszewski einst über sich selbst, und so war es.


Widerstand und Besatzung

Nachdem Bartoszewski 1940 nach Auschwitz deportiert wurde und 1941 erkrankt entlassen wurde, nahm er Kontakt zu Widerstands­kreisen auf und schloss sich dem Żegota-Komitee an.

Bartoszewski im Kreis der Widerstandsorganisation Żegota (1. Reihe, 3. v. rechts)

Er studierte Geschichte an der Verborgenen Universität und nahm 1944 am Warschauer Aufstand teil. Im kommunist­ischen Polen wurde Bartoszewski wieder inhaftiert, zwischen 1946 und 1948 und zwischen 1949 und 1954.

Das brennende Warschau zur Zeit des Aufstands 1944

Bartoszewski im Jahr 1954

Nachkrieg und Volksrepublik

Nach der Freilassung und dem Stalinismus konnte Bartoszewski an der Uni­versität Warschau studieren und als Autor wirken.

Urteilsaufhebung aus dem Jahr 1954

1963 wurde ihm das polnische Kavalierskreuz verliehen, er absolvierte Forschungs­aufenthalte im westlichen Ausland und suchte Kontakte zu den dortigen Intel­lektuellen.

Ehrenmedaille Yad Vashem, 1965

Zweimal erhielt Bartoszewski die Yad Vashem Medaille - 1963 im Namen von Żegota und 1965 mit persönlicher Widmung. Diese Würdigung war für ihn neben des Tapferkeitkreuzes für den Warschauer Aufstand 1944 von allen späteren Ehrungen und Preisen wohl am wichtigsten.

Lange war Bartoszewski dem PEN Club Polen verbunden, seit 1969 im Vorstand und ab 1972 neun Jahre als General­sekretär. 1995 war er sein stv. Präsident, ab 2001-2010 sein Präsident.

Friedenspreis des deutschen Buch­handels 1986: Präsident R. v. Weizsäcker und W. Bartoszewski

Von 1957 an arbeitete er über für das liberal-katholische Wochenblatt Tygodnik Powszechny. Er engagierte sich seit 1980 für Solidarnosc, unter anderem als Mitglied des Vorstands der unabhängigen Gewerkschaft. Während des Kriegsrechts wurde er interniert.

Demokratisches Polen

Nach der politischen Wende 1990 startete Bartoszewski eine diplomatische Karriere, zuerst 1990-1995 als Bot­schafter Polens in Wien, dann zweimal als Außen­minister, 1995 und 2000. Er war Senats­mitglied, und dort Vorsitzender des auswärtigen Ausschusses. Von 2007 bis zu seinem Tod 2015 war er Staats­sekretär in der Kanzlei des Premier­ministers und diente Donald Tusk und Ewa Kopacz.

Letzter Arbeitsplatz Bartoszewskis im Ministerrat als Staatssekretär

In dieser Zeit gelang es Bartoszewski seine viel­fältigen Kontakte in Polen und Europa zu verknüpfen und so Brücken zwischen den Gesell­schaften zu bauen. Er hatte zahlreiche staatliche und gesell­schaftliche Ehrenämter inne, war in Aufsichtsrats­funktionen tätig und Empfänger nationaler und internatio­naler Auszeichnungen.

Das Team hinter der Initiative

Die Initiative wird von aktuell drei Personen koordiniert. Bislang haben über 50 Personen unseren Aufruf unterzeichnet. Aufruf.

Anita Baranowska-Koch

"Unter der tragischen Geschichte zwischen unseren Nationen haben Viele gelitten - auch meine Familie in Warschau. Władysław Barto­szewski hat mich motiviert, trotz allem Brücken zwischen den Staaten und zwischen den Gesellschaften zu bauen. Die Initiative ist für mich wichtig, weil diese von Persönlichkeiten wie Bartoszewski mit aufgebaute Brücke auch in Zukunft bestehen soll."

Initiatorin der Berliner Bartoszewski-Initiative und Brückenbauerin zu den Bartoszewski-Freunden in der Welt.


Wolfgang Templin

"Władysław Barto­szewski steht für mich für die Gabe, die Gesetze des Alters auf den Kopf zu stellen. Ein polnischer Patriot und großer Europäer, dessen Menschlichkeit selbst Gegner erreichen und einschließen konnte"

Ehemaliger Oppositioneller, Publizist und Autor. Mehr: www.wtemplin.eu


Nils-Eyk Zimmermann

"Ich möchte die Vision Barto­szewskis für die zukünftigen deutsch-polnischen Beziehungen nutzbar machen. Aus seinem Geist kann diese Erneuerung gelingen."

Autor, Berater und Programm-Manager um die Themen Zivil­gesellschaft, Nicht­regierungs­organisationen und kompetenz­orientierte Bildung. Aktuell beschäftigt er sich mit dem Thema "Demokratische Resilienz". Mehr: Blog: Civil Resilience


Deutsch-Polnische Gesellschaft

Die Berliner Bartoszewski-Initiative hat ist ein Teil der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Berlin.

"Władysław Barto­szewski war ein enger Freund der Deutsch-Polnischen Gesellschaften. Wir freuen uns deshalb über die Initiative und dass sein Name mit neuen Bildungsangeboten verbunden sein wird."

Christian Schröter, stv. Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaften in Deutschland


Unter­stützer­innen & Unter­stützer der Bar­to­szews­ki-Initia­tive Berlin

"Was ich besonders wichtig finde, ist das Bemühen um eine "neue Erinnerungs­kultur" und der zukunfts­orientierte Charakter der Initiative. Genau darum soll es gehen!"

Marcin Barcz, langjähriger persönlicher Referent W. Bartoszewskis.


Ulrike Kind

"Ich mache mit, denn..."

Ehemalige Mitarbeiterin Władysław Bartoszewskis und aktuell...


Liste der Unterzeichnenden

Diese Personen haben bislang unseren Aufruf unterzeichnet

 
  • Ingo Schuster
  • Gesine Schwan
  • Wanda
  • Ingo Schuster
  • Gesine Schwan
  • Ingo Schuster
  • Gesine Schwan

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Gerne informieren wir Sie über unsere Veranstaltungen und Pläne:

 

Haben Sie eine Anregung? Möchten Sie mitmachen? Informieren Sie sich auf der Facebook-Seite der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Berlin oder nehmen Sie per Email Kontakt auf:

 

Anschrift

Bartoszewski-Initiative Berlin
c/o Deutsch-Polnische Gesellschaft Berlin e. V.
Schillerstr. 59
10627 Berlin-Charlottenburg

Tel: +49 (1520)6504225
kontakt@bartoszewski-initiative.de


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